Steinbock
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Bei der erfolgreichen Wiederansiedlung des Alpensteinbockes spielte der Wildpark Peter und Paul die entscheidende Rolle. Albert Girtanner, Emil Bächler und Robert Mader waren um 1900 die treibenden Kräfte für das gelungene Projekt. Mit Hilfe eines Wilderers aus dem italienischen Aostatal gelangten Steinkitze illegal aus dem königlichen Jagdrevier nach St. Gallen.
Steinbock

Verwandschaft

Der Steinbock ist nahe verwandt mit der Hausziege. Bastarde zwischen Ziege und Steinbock sind möglich, diese sind aber nicht fortpflanzungsfähig.

Geschichte

Die Wiederansiedlung des Alpensteinbocks gilt weltweit als gelungenstes Projekt, eine grosse Säugetierart in ihrem ursprünglichen Lebensraum wieder heimisch zu machen. Der Weltbestand war im Jahre 1820 auf einige Dutzend Alpensteinböcke gesunken. Nur im Gebiet des Gran Paradiso, im Aostatal, Italien, lebte ein kleiner Restbestand. Die Tierart stand kurz vor dem Aussterben. Die italienischen Könige stellten gut bezahlte Wildhüter ein und erreichten so den Schutz der Steinböcke. Der Bestand wuchs bis im Jahr 1900 auf über 1000 Tiere an. Der europäische Hochadel durfte schliesslich mit den Königen von Italien auf die Steinbockjagd. Doch verkaufen wollten die Könige nicht. So sprang der Wilderer Joseph Berard ein und lieferte auf krummen Wegen Steinkitze ab 1906 während 30 Jahren nach St. Gallen und später auch nach Interlaken. Es waren insgesamt 90 Tiere! Bereits 1911 konnten in der Schweiz, im Weisstannental, die ersten Tiere aus der Wildparkzucht ins Freiland ausgesetzt werden.

Lebensraum

Steinböcke leben an steilen, felsigen und reich gegliederten Hängen zwischen 1600 m und 3200 m ü. M. Im Winter bevorzugen sie sonnige, gegen Süden oder Westen gerichtete Bergketten. Im Frühling stehen die Steinböcke in den tiefsten Lagen. Mit dem Spriessen des frischen Grüns steigen sie im Verlaufe des Sommers immer höher.

Benennung

Das männliche Tier heisst Bock, das weibliche Geiss, das Jungtier Kitz.

Lebensweise

Nur in der Brunftzeit, im Dezember bis Januar, halten sich Böcke, Geissen und jüngere Tiere in gemischten Rudeln auf. In der übrigen Zeit bilden Geissen mit ihrem Nachwuchs eigene Rudel, getrennt von den reinen Bockrudeln. Im männlichen Rudel kämpfen ähnlich starke Böcke gegeneinander. Sie ermitteln eine Rangordnung. So werden die Stärkeverhältnisse im Sommer geklärt. Im hohen Schnee, während der Brunft, wären ausgiebige Kämpfe zu kräfteraubend. Die Grösse des Gehörns zeigt den Rang an. Das Brunftverhalten ist erstaunlich statisch. Starke Böcke werben ausdauernd um die Geissen. Die Geiss bestimmt, wie nahe der Bock bei ihr stehen darf. Die eigentliche Paarung wird sehr selten beobachtet und dauert nur einige Augenblicke.

Fortpflanzung

Nach einer Tragzeit von 22 bis 24 Wochen gebären die Geissen anfangs Juni ihr Junges. Dazu ziehen sie sich einzeln in ein geschütztes Gebiet zurück, zum Beispiel in einen steilen Felsabhang. Meist bringt die Geiss ein Kitz zur Welt, aber es können auch Zwillingsgeburten beobachtet werden.
Wenige Tage nach der Geburt sammeln sich die Geissen mit ihren Kitzen wieder in Rudeln. In wilden Laufspielen perfektionieren die Jungtiere ihre Kletterkünste. Die Kleinen werden bis zum Herbst gesäugt.

Ernährung

Steinböcke fressen Gräser, Kräuter, Polsterpflanzen und niedrige Holzgewächse. Im Winter müssen sie die Nahrung unter dem Schnee hervorscharren oder sie suchen steile Hänge auf, wo der Schnee durch die Sonneneinstrahlung abrutscht. Steinböcke sind tagaktiv. Im Liegen wird wiedergekäut.

Geschlechtsmerkmale

Die Böcke sind bedeutend grösser und fast doppelt so schwer wie die Geissen. Am Gehörn der Böcke bilden sich Schmuckwulste.

Spezielles

Seit der Beinahe-Ausrottung der Alpensteinböcke um 1820 sind 200 Jahre vergangen. Die Zucht gelang erstaunlich gut. Heute leben wieder rund 40‘000 Steinböcke im ganzen Alpenbogen. In der Schweiz allein sind es 15‘000 Tiere!
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